Tinnitus Erfahrungsbericht
Erfahrungsbericht Nr. 1 von Thomas
Erfahrungsbericht Tinius – Teil 1
Mein Leiden begann 1990 während meiner Militärzeit. Auf der Standortschießanlage
hatte ich links und rechts jeweils „Kameraden“ liegen, die ihre Waffen
abfeuerten bevor alle ihre Ohrenstöpsel entsprechend in den Ohren hatten. Der
Knall von beiden Seiten hatte zur Folge, das ich für ein paar Minuten weder
andere Personen verstand, aber auch keine Schussgeräusche mehr wahrnahm.
Ein stechender Schmerz durchzog meine Ohren und nachdem dieser abklang und auch das Hörvermögen sich wieder normalisierte, stelle ich fest, dass ich auf beiden Ohren einen sehr hellen Pfeifton hatte. Man sagte mir damals, dass das mit der Zeit wieder weggehen würde und so kümmerte ich mich nicht weiter um das tagelang anhaltende Pfeifen.
Fast unbemerkt trat das Pfeifen allerdings immer wieder auf und hielt auch für mehrere Tage an. Aber auch da dachte ich nicht im Entferntesten daran ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Man hatte mir ja gesagt, dass das wieder abschwellen wird und ganz verschwindet.
Fast neun Monate bemerkte ich auch kein Pfeifen mehr, obwohl ich immer wieder das Gefühl hatte Geräusche zu hören die sich in einer sehr hohen Tonlage befanden und meine Umwelt mir sagte, das ich mir das einbilden würde. Doch dann war der Ton auf beiden Ohren wieder da. Ein Verlust innerhalb der Familie setzte mich zu dem Zeitpunkt sehr stark unter Stress, wodurch ich auch davon ausging hier eine körperliche Reaktion auf die Situation zu erhalten.
Ich suchte einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt auf, der mich untersuchte und zu dem Ergebnis kam, das mein Gehör zu 100% funktionierte und kein organischer Schaden festgestellt werden könne. Doch das Geräusch verschwand nicht mehr, sondern wurde immer intensiver. So kontaktierte ich vier weitere Ärzte und alle kamen zu dem selben Ergebnis, das keine organische Ursache festgestellt werden könne. Auf einen Tinitus machte mich damals leider keiner aufmerksam und auch das Gespräch mit einem Arzt, ob ein Hörsturz vorliegen könnte, verlief ergebnislos.
So lebte ich mit diesem Geräusch, welches sich im Bereich von 4000 MHz befindet, jahrelang weiter und vergaß es auch hier und da bzw. hörte es nicht mehr. Seit 1998 ist das Geräusch, welches an eine sehr hohe Pfeife erinnert, wieder da und ließ auch nicht wieder nach.
Je nach körperlicher Verfassung war das Geräusch lauter oder leiser. Ich musste feststellen das Stress einen großen Tei dazu beitrug, dass das Pfeifen stärker wurde. Entspannungen in ruhiger Umgebung ließen den Pfeifton nach Tagen wieder etwas abklingen, aber nicht ganz verschwinden.
Mein Wohlbefinden wurde offensichtlich von diesem Ton massiv beeinflusst. An den Tagen, an denen das Pfeifen sehr intensiv war und auch sehr „laut“, da fühlte ich mich abgeschlafft und war sehr leicht reizbar. Ich hatte Probleme andere Personen zu verstehen, da das Pfeifen immer wieder die teilweise leisen Aussagen der Personen übertönte. Ich musste immer öfters nachfragen und wurde mit jedem Mal unsicherer. Oft stellte ich mir die Frage, was wohl meine Gesprächspartner/innen von mir denken müssen, wenn ich ihnen aus vielleicht 1 Meter Entfernung die Frage stellen musste: „Entschuldige bitte, was hast du gerade gesagt? Ich habe dich nicht verstanden.“
Ich begann Menschenmengen zu meiden, Gesprächen auszuweichen und den Fernseher bzw. das Radio lauter zu machen um den Pfeifton zu übertönen. Meine Familie fragte oft ob ich schwerhörig sei, doch es ging nicht um Schwerhörigkeit, sondern darum den Pfeifton zu überdecken und alles mitzubekommen.
Im Bekanntenkreis machte ich die Erfahrung, das ich immer mehr in Gesprächen ausgegrenzt wurde, teilweise sicherlich auch da ich mich zurückzog. Ich verfolgte Diskussionen als stiller Zuhörer und musste mich oftmals sehr anstrengen um folgen zu können. Insbesondere sehr hohe Stimmlagen bereiteten mir Probleme, da sich diese mit dem Pfeifton vermischten und für mich nur ein völliges Durcheinander zu hören war. Von Kommunikation keine Spur. Menschen sahen mich fragend an, bis ich dann begriff, das sie auf Antworten warteten.
Wieder konsultierte ich Ärzte. Die Krankenkasse lud mich vor zu einer Untersuchung, da es aufgefallen war, das ich immer wieder mit dem selben Problem zu den Ärzten kam. Doch alle Untersuchungen verliefen ohne organischen Befund. Auch sagte man mir, das man nichts machen könne gegen den Ton, denn dieser käme alleine und würde auch wieder alleine gehen – wenn er geht. Wenn nicht hätte ich Pech gehabt und müsse lernen mit dem Pfeifen zu leben. Man könne mir nicht helfen.
Seit 1998 habe ich ununterbrochen nun den Pfeifton in einer Frequenz von 4000 MHz (+/-) in meinen Ohren und habe manchmal das Gefühl kurz vor dem Verrückwerden zu sein. Mal leiser, mal lauter – aber fortlaufend. Es gibt Situationen, da meine ich, dass das Pfeifen weg ist. So z. B. wenn ich im Auto sitze. Ich höre sehr früh Einsatzfahrzeuge und kann mich extrem gut auf den Verkehr konzentrieren. Stelle ich das Fahrzeug ab und begebe mich in die häusliche Umgebung dauert es nicht lange und es fängt wieder an so laut zu werden, das ich es nicht überhören kann. Ich musste feststellen, das ich gerade in Situationen der Konzentration keine Töne hörte. In der Übergangsphase zur Entspannung sehr massive Belastung habe und zum Glück in der Einschlafphase und im Schlaf selber anscheinend davon verschont bleibe bzw. das Pfeifen so leise ist, das ich es kaum wahrnehme.
Ich habe vieles versucht, wie z. B. laute Umgebung zu meiden, Meditation, das Geräusch in meinem Kopf zu unterdrücken, der Geräusch zu ignorieren. Doch alles war von kleinem Erfolg gekrönt, der in der Regel nicht länger als ein paar Minuten oder mal eine Stunde anhielt.
Über eine Bekannte, die in einer Klinik arbeitet, habe ich den Internetlink von Elmar Bickel erhalten und sie meinte, dass das ein Weg sein könnte um mir zu helfen – um mir wieder zu einem „normalen“ Leben zurück zu helfen.
So nahm ich per E-Mail Kontakt auf zu Elmar Bickel und auf seine Rückantwort hin kam es zu einem Erstgespräch, welches sehr informativ und vertrauenserweckend war.
Ich bin mir bewusst, das es sich eine eine Chance handelt, das es keine Garantie für einen Erfolg gibt und das sicherlich auch sehr viel an mir selber liegt. Doch ich sehe es als Chance und als Möglichkeit, die vielleicht auch anderen helfen könnte, wenn ich Elmar Bickel zur Verfügung stehe um seinen Weg zu testen. Es kann sicherlich nicht schlimmer werden. Im schlimmsten Fall bleibt es gleich. Doch ich hoffe innerlich schon auf eine kleine Reduzierung des Pfeifen und das wäre für mich persönlich bereits ein sehr großer Erfolg.
Gerne werde ich meine Erfahrungen, die Entwicklung nach der Erstbehandlung und ggf. Nötigen Nachbehandlungen notieren und zur Verfügung stellen.
Erfahrungsbericht Tinius – Teil
2
War es die Hypnose oder ich selber?
Mit meinem beidseitigen Tinitus fuhr ich zu Elmar um das neue Verfahren auszuprobieren. Ich gebe zu, es war anfangs ein wenig Skepsis dabei, denn so wirklich konnte ich nicht glauben, das Elmar es schaffen würde mich von dem störenden Pfeifen zu befreien.
Das anfängliche Gespräch und die Erklärungen der Methode bauten in mir Vertrauen auf und auch Elmar selber ist eine Person, zu der man schnell Vertrauen fasst.
So ließ ich mich von ihm in die Trance führen und kam sehr entspannt aus dieser wieder zurück. Noch Gerüche von Blumen und Bäumen in der Nase war ich anfangs ein wenig irritiert, denn die Hypnose hatte mich in der Tat an einen Punkt gebracht, der zumindest auf dem linken Ohr das schrille Pfeifen hatte verschwinden lassen.
War es wirklich verschwunden? Ich strengte mich an um zu „hören“ ob ich wirklich dieses Geräusch nicht mehr höre oder ob es verschwunden ist.
Der in einem weiteren „Durchgang“ gesetzte Anker zur Selbsthypnose funktionierte auch sehr gut und so verließ ich die Räume von Elmar um die kommenden Tage abzuwarten.
Zwei Tage nach der „Behandlung“ kam langsam wieder ein störendes Geräusch im linken Ohr auf. Ich suchte mir einen ruhigen Raum und aktivierte den gesetzten Anker. Tatsächlich begab ich mich in den Trancezustand und durchlief den mir suggerierten Weg. Am Ende war ich überrascht, denn ich schaffte es den mir gesetzten Filter wieder zu aktivieren und damit das Geräusch zu filtern. Nach regelmäßiger Anwendung der Selbsthypnose bin ich inzwischen so weit, das ich gar nicht mehr in den “tiefen Trancezustand“ muss um ein aufkommendes Tinitusgeräusch im Ohr auszufiltern, sondern eine kurze Entspannungsphase mit ruhigem Umfeld, sowie Gedanken an Teilstrecken aus der Trance ausreichen.
Mehr oder minder täglich wende ich nun diese Übung an und bin seit 10 Tagen konstant beschwerdefrei auf dem linken Ohr! Das rechte Ohr hingegen hat noch immer den Pfeifton, aber dieser ist nicht mehr so laut wie er anfangs und über die vielen Jahre war.
Ich kann mich nur bedanken, das Elmar sich die Zeit für mich nahm und mit mir einen Teil des Weges gegangen ist. Dank Elmar und seiner Methode habe ich erheblich an Lebensqualität zurückerhalten!
