Rauchen aufgehört

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Hypnophant
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Rauchen aufgehört

Ungelesener Beitrag von Hypnophant » So, 16. Nov 2014 11:56

Fortführend zu meinem Versuch mit dem Rauchen aufzuhören (aus diesem Thread):
Der relevante Auszug:
Das zweite was ich ausprobierte war eine Rauchentwöhnung in der ich mir suggerierte wie sehr ich es liebe frische Luft einzuatmen, etc.
Das Ergebnis war, dass mein Arm auf halbem Weg zum Mund blockierte als ich mir eine zum Mund führen wollte. Ich hob daraufhin die Suggestion wieder auf und sagte mir, dass ich die Schachtel noch zu Ende rauche und erst dann wieder aufhöre. Das Rauchen hat wieder funktioniert, aber eine neue Schachtel hab ich mir dann doch gekauft. Anscheinend muss ich da noch etwas dran arbeiten :)

Elmar hat damals schon passend geantwortet. Es geht also nicht mehr darum wieso ich es damals nicht geschafft habe.

Inzwischen hab ich es geschafft.
Und könnte ein Buch schreiben :D
Für alle die auch aufhören wollen:
Ihr müsst es wirklich WOLLEN. Dieser Wille ist das elemtarste an der Sache. Und dieser Wille muss in euch selbst gewachsen sein.
Macht ihr es bloß aus Gefälligkeit oder nur anderen zuliebe? Es wird nicht klappen.
Wenn man sich erst einen Grund suchen muss um aufzuhören, dann klappt es nicht.
Wenn der Grund zum Aufhören nicht offensichtlich ist und klar auf der Hand liegt dann kann auch kein Wille wachsen.
Und es hilft auch wenn man ein ehrliches und unverletzendes "Nein" sagen kann.
Und natürlich auch Gewohnheiten ändern

Damals hob ich die Suggestion mit der Blockade wieder auf: Das hätte nicht passieren können wenn ich das Aufhören wirklich gewollt hätte.
Ich habe keine Ahnung wie es Hypnotiseure machen bei der Rauchentwöhnung. Aber ich betrachte momentan in meinem Fall den eigenen Willen als die Waffe die wichtiger und stärker ist. Vielleicht können die Rauchentwöhner ja einen Willen einpflanzen der wie selbstgewachsen wirkt? ;) Bitte nicht übel nehmen, ich weiß wirklich nicht wie ihr es macht :)

Wie ich es geschafft habe - Mein 3-Punkte-Prozess:

Punkt 1: Erleben, das der Akt des Rauchens schädlich ist

Ich war körperlich an einem Punkt war der einfach nicht mehr schön war. Morgens die Seele aus dem Leib gehustet wie ein sterbendes Schwein. Ab und zu Schmerzen beim Schlucken in der Kehlkopfgegend. Nach zwei Stockwerken Treppen steigen schon nach Luft schnappen.
Diese körperlichen Beschwerden wären zwar ein Grund, aber deswegen den "Genuss" des Rauchens aufgeben? Nööööööö!!
Bis es dann irgendwann anfing beim Rauchen in der Lunge zu zwicken und brennen. Da war der Akt des Rauchens selbst auch kein Genuss mehr und dieser Punkt ist wichtig!
Solange beim Rauchen selbst keine Beschwerden auftraten fehlte mir die Verknüpfung dass das Rauchen schädlich ist... klingt blöd oder? Aber hey? Warum rauchst du obwohl es tödlich ist?
Die körperlichen Anzeichen sind ja schon bei der ersten Zigarette da. Schwindelgefühl, Husten, Kurzatmigkeit, Übelkeit. Doch was macht unser Gehirn daraus? Einen Genuss. Weil alle sagen es ist ein Genuss. Und irgendwann spürt man die Anfangsbeschwerden nicht mehr und der Genuss ist tatsächlich da. Man bildet sich sogar gute Geschmäcker verschiedener Marken ein.
Dass Rauchen ungesund ist kann man dann nicht mehr nachvollziehen als Raucher. Irgendwann fangen vielleicht andere Zeichen an. Morgendlicher Husten, verfärbte Zähne, schwarzes Zahnfleisch, Verschleimungen im Hals, Schluckbeschwerden, Kribbeln in manchen Gliedmaßen, Blutdruck, etc.
Kurios: Selbst wenn man gesagt bekommt und es auch selber weiß dass es vom Rauchen kommt --> man hört nicht auf.
Die Erfahrung dass Rauchen tatsächlich schädlich ist musste ich neu lernen. Ich glaube man kann diese Erkenntniss nicht nur an bestimmten Punkten machen, sondern immer. Denn man spürt immer irgendwelche Beschwerden beim Rauchen. Es geht um das bewusst machen dieser Beschwerden und die Verknüpfung zum Rauchen.

Punkt 2: Hilfsmittel anwenden

Die Hilfsmittel die ich dann noch brauchte um meinen Willen unbrechbar zu machen bekam ich durch ein Körpersprachen-Training :)
Die Erfahrungen dieses Trainings waren ebenso interessant und überwältigend wie mein Einstieg in die Selbsthypnose. Bei dem Training wurde nicht nur viel über Körpersprache beigebracht, sondern wir haben auch menschlich einiges ans Tageslicht gebracht. Hochinteressant war z.B.: Die Stimme folgt dem Körper. Wie man etwas sagt, das drückt der Körper schon vorher aus bzw. wenn man die Körpersprache ändert wirkt das Gesagte dementsprechend.
Meine Hilfsmittel waren zum einen "die bestimmende Geste": Klarer Anfang, klares Ende. Die typische "auf den Tisch hauen"-Geste, oder auch die typische Bundestagsreden-Geste.
Mit den passenden unterstützenden Worten dazu (Ich werde nie wieder rauchen) hat das für mich ausgereicht. Wie ein Mantra aufgesagt und der Körper macht diese typische Handbewegung dazu...wirkte auf meinen Willen wie ein Booster.
Und zum anderen das ehrliche, unverletzende Nein.
Konnte ich vorher nicht sagen. Meine Neins klangen immer rechtfertigend, zu harsch, bissig, bockig, mitleidserregend, etc. Aber wann kommts vor dass jemand Nein zu euch sagt und ihr möchtet diese Person dafür am liebsten danken? Die Trainerin konnte mir ein Nein ins Gesicht sagen für dass ich sie hätte knuddeln können.
Nach dieser Erfahrung habe ich gelernt dass ein Nein auch höflich sein kann.
Geht mal einkaufen und jemand sagt Nein. Wie fühlt ihr euch dann? Enttäuscht oder sogar verletzt? Mit Sicherheit aber enttäuscht. Aber dass ihr ein Nein hört und dass es so rüberkommt dass es euch nicht angreift? Schonmal erlebt? Probiert mal selber wie euer Nein klingt. Fragt andere wie ihr klingt.
Sagt Nein mal einfach bloß so und dann mal auf diese Weise: Schüttelt zuerst den Kopf und dann sagt Nein. Spürt Ihr den Unterschied?
Nein...das beudeutet für die meisten doch dass man etwas nicht bekommt. Aber ein Nein kann auch etwas geben!
Ein Nein gibt mir z.B. mehr Zeit für mich immer dann wenn andere was von mir wollen. Ein Nein gibt mir auch mehr Gesundheit weil ich Zigaretten ablehne.

Punkt 3: Gewohnheiten ändern

Wann hat man geraucht? Nach dem Essen, beim Kaffee, beim Autofahren, spazierengehen, in Gesellschaft mit Freunden, etc.
Manchmal erschaffte man sich Gründe bloß um rauchen zu können. Z.B. : Gehn wa mal frische Luft schnappen!!! Was für eine gefährliche Assoziation, oder? Wenn ich nicht mehr rauche muss ich aufs frische Luft schnappen verzichten, oh oh oh!!!

Was tun mit der ganzen Zeit in der man geraucht hätte? Auf einmal steht man hilflos da und weiß nichts mit sich anzufangen?
Manchmal hilfreich: Wunderwaffe Smartphone :D Spielt ein kurzes Spielchen oder lest Nachrichten, oder schickt schöne Worte an andere. Löst ein Rätsel. Sudoku z.B. Und denkt dabei nicht daran dass ihr etwas gewinnen müsst. Ihr wollt nur eure Gewohnheit ändern.
Candy Crush, Solitaire, Mahjoong, oder was auch immer. Nachrichten über Mode, Technologie, Wissenschaft, etc. Macht aber nicht den Fehler eine Sucht durch eine andere zu ersetzen. Ja Spielsucht ist auch eine Sucht ;)
Aber fangt nicht an in den 5-Minuten-Pausen zu essen! Ich glaube daher kommt das Gerücht dass das Aufhören mit dem Rauchen dick macht. Weil es Leute gibt die anstatt zu rauchen gegessen haben um ihr "Glücksgefühl" zu bekommen. Mit dem Effekt dass sie zunahmen.
Ich habe am Tag eine Schachtel geraucht. 19 x 5 Minuten = 1 h 35 min --> Würde ich in jeder dieser 5 Minuten was essen, oje :D
Was aber tatsächlich bei mir eintrat ist ein verringertes Sättigungsgefühl. Rauchen machte mich nicht so hungrig und ich hab weniger gegessen. Nach dem Aufhören fühlte ich mich auf einmal öfter hungrig. Hier musste ich auch mein Bewusstsein zum Hunger wieder neu definieren.
Hunger ist nicht wenn das Sättigungsgefühl aufhört! Hunger ist auch nicht wenn der Magen knurrt! Das Knurren ist nur das Produkt der Bewegung des Magens. Und nicht der Hilferuf des Körpers nach neuem Essen!!! ca. 2000 Kalorien reichen völlig aus am Tag. Schaut mal auf die Verpackungen! Was da alles an Kalorien drin steckt in den Sachen, wahnsinn! Beispiel: Mit einem Menü (Burger Pommes Cola) einer bekannten Schnellfresse kommt man auf 1.305 !!! Dann noch Frühstück und Abendessen, kleine Snacks zwischen durch?

Kleine Faustregel: 24 kcal pro 1kg Körpergewicht (Warum wird sowas nicht in der Schule gelehrt anstatt Wahrscheinlichkeitsrechnung?).
Ich wiege momentan ca 90 kg und brauche also ca. 2.160 Kcal am Tag. Nehm ich weniger zu mir nehm ich ab, nehm ich mehr zu mir nehm ich zu. JE NACHDEM WAS MAN ISST wohlgemerkt. Gesunde Ernährung ist nicht nur auf Kcal zu schauen sondern auch was das ist wo sie drin sind. Man soll sich ja nicht den ganzen Tag nur von Chips ernähren bis man die Kalorien drin hat.

So das wars erstmal von meiner Seite. :)

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