Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

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Ginso
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Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Ginso » Di, 23. Jun 2020 22:19

Hallo,
ich habe kürzlich ein Hypnose-Seminar besucht und über mich seither gelegentlich in Selbsthypnose sowie gemeinsam mit einer anderen Teilnehmerin in Fremdhypnose. Leider schleicht sich bei mir der Eindruck ein, dass meine Hypnotisierbarkeit und/oder meine Suggestibilität sehr niedrig sind. Ich habe nie das Gefühl besonders tief in Trance zu sein und habe die ganze Zeit den Eindruck, ich könnte jetzt sofort die Augen aufmachen, aufstehen und wäre hellwach. Auch scheinen die Suggestionen nicht wirklich zu wirken. Armlevitation klappt zwar, dauert aber sehr lange und idR nur mit Berührungen.
In der Selbsthypnose merk ich keine Veränderungen.
Die Inhalte der Suggestionen drehten sich um Selbstwert/Selbstbewusstsein und abnehmen.

Kann ich irgendwas tun um meine Suggestibilität und/oder Hypnotisierbarkeit zu erhöhen?

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Elmar
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Elmar » Fr, 03. Jul 2020 07:52

Wenn du selbsthpnose machst, dann ist das Gefühl immer anders, als bei Fremdhypnose.
Es gibt einige - ich gehöre auch dazu - die nicht leicht in eine Tiefe Trance kommen.
"Hypnotiseurkrankheit" sagt man scherzhaft dazu.
Aber - eine tiefe Trance ist nicht besser, für die Wirkung.
Schöne Grüße

Elmar

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Miraculus
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Miraculus » Do, 16. Jul 2020 21:31

Wie Elmar schon sagte, können therapeutische Suggestionen auch ohne "tiefe Trance" sehr effektiv sein. Außerdem haben die meisten leute nicht das Gefühl, sie wären "weg".

(Falls es Dir aber zusätzlich um das Erleben des Zustandes oder von Hypnose-Phänomenen gehen sollte, wäre wiederholtes Üben wohl der beste Weg: Erst einfach Phänomene, bis diese relativ schnell gehen, und dann schwierigere. Entsprechend könnte man auch das Zustands-Gefühl üben, ähnlich einer Meditation.)

Dr.Miles
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Dr.Miles » Mi, 29. Jul 2020 15:54

Hallo,
ich bin zufällig gerade an demselben Thema, da ich auch zu den Menschen gehöre denen eine gute Suggestibilität nicht in die Wiege gelegt wurde. Bei meiner Beschäftigung mit dem Thema bin ich auf folgende Ansätze gestoßen, die teilweise erfolgreich eingesetzt wurden (z.B. CSTP - Carleton Skills Training Package) zum Teil aber auch einfach Überlegungen sind die ich in nächster Zeit probieren möchte. Daher hier eine kleine Auflistung die dich vielleicht auf den richtigen Weg bringen. Nebenbei möchte ich für deinen Fall noch anmerken, dass Selbstbewusstein ein sehr weit gefasster Begriff ist der sich auf viele Verhaltensmuster beziehen kann. Ich persönlich würde mir erstmal ein einfaches Thema suchen, besonders wenn - wie bei mir auch - die Levitation als mit einfachstes Trancephänomen schon Probleme macht. Nun aber zum eigentlichen Thema Suggestibilität steigern:

- Motivation scheint einen sehr großen Einfluss zu haben (zuviel kann allerdings auch blockierend wirken, da man sich nicht mehr entspannt.)
- Imaginationsfähigkeit verbessern (Bilder sind besser verständlich für das UB und werden daher allgemein leichter angenommen)
- Übung; man nimmt an das man Suggestibiltät zumindest in gewissen Grenzen trainieren kann
- verschiedene Suggestionsformulierungen ausprobieren, auch die Einleitung mal variieren
- Zweifel an der Wirksamkeit ausräumen, mentale Blockaden ergründen (z.B. mit EFT - Emotional Freedom Techniques)
- Hypnosesitzung erstellen die das Thema Erhöhung der Suggestibilität zum Thema hat
- Psychoaktive Substanzen(Alkohol scheint hier gute Ergebnisse zu erzielen)
- Carleton Skills Training Package - vielversprechend, leider habe ich hier wenig nutzbares gefunden, vielleicht hat jemand anderes Erfahrungen damit?

Die Punkte habe ich mehr oder weniger direkt aus meinem Brainstormingdiagramm entnommen. Geordnet habe ich sie nach Praktibilität und geschätzter Wirksamkeit für mich, muss also nicht für andere so gelten. Wenn jemand noch weitere Ideen hat freue ich mich ebenfalls über Erfahrungen und Feedback. Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen, ich habe selber schon manch sehr suggestible Person hypnotisiert und es kommt schon ein gewisser Neid auf wenn man selber übt übt und übt und andere sind nach 5 Minuten da wo man selber Monate braucht um hinzugelangen. Aber das hilft einem auch nicht weiter, man muss das beste draus machen. Glücklicherweise scheint die Suggestibiltät zumindest in Grenzen trainierbar zu sein.

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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Miraculus » Sa, 01. Aug 2020 22:21

Hallo Dr. Miles,

wäre interessant, was Dich denn vorangebracht hat?

Inwieweit das Caeleton Skills Training Package (CSTP) allgemien für das "Eigentraining" geeignet ist, ist schwer zu beurteilen. Manches kann man aber sicher übernehmen, Die Schritte werden in einer Arbeit so beschrieben:
The Carleton Skills Training Package (CSTP) (Gorassini and Spanos, 1986) consistsof the following elements:
1.Information – the subjects are given positive information on what hypnosis is and the common errors habitually associated with it are eliminated.
2.The importance of using the imagination to experience the effects of hypnosis isemphasized.
3.Specific instructions on how the subject should behave during each suggestion are given and he is told that he should not expect the effect to ‘happen’, but that it should be he who ‘enacts’ it. This aspect is also emphasized by presenting a video in which a model, who is said to have previously undergone CSTP, carries out thevarious suggestions that comprise the programme. While he is carrying them out,he says out loud what he is thinking and feeling at that moment. After each sug-gestion he is interviewed by the experimenter to whom he describes how he felt,and the main points in the CSTP are stressed.
https://www.academia.edu/3737196/The_ef ... dification

Der Punkt mit dem "Durchführen" sorgt dafür, dass umstritten bleibt, inwieweit das Programm tatsächlich "genuine" hypnotische Phänomene erzeugt. Es gibt aber eine Arbeit (Gearan, Schoneberger, Kirsch: Modifying hypnotizability: A new component analysis), nach der das CSTP genauso effektiv ist, wenn man die Instruktionen zum aktiven Durchführen weglässt.
Zudem gibt es etwa auch die Methode von Sachs und Anderson, die in dem verlinkten Artikel beschrieben wird (S. 214) und keine Instruktionen beinhaltet, die suggerierten Phänomene aktiv umzusetzen:
The Sachs and Anderson (1967) hypnotic susceptibility modification programme consists of the following elements:
1.Information on the sensations that the subject must experience during suggestion.The subject is told what sensations occur during suggestion and, through a seriesof ‘physical exercises’ is assisted in experiencing them. For example, in order tofeel the sensation of ‘lightness’ during the ‘arm rising’ suggestion, some books areplaced on the subjects hands so that, when they are taken away, he feels how thearm ‘tends to rise’.
2.Self-paced successive approximations. Starting from the subject’s own level, suc-cessful experience is attempted through a series of instructions such as telling him to use his imagination. Approximations to the final criterion are reached by instructing subjects to increase their responses in ‘just noticeable difference’ steps.
3.Use of a double-bind situation. Creation of a situation analogous to the cognitivedissonance paradigm is attempted. In this case, the subject is requested to give amotor signal when he feels the intensity of the appropriate sensation has increasedby a ‘just noticeable difference’ step. The subject is then challenged on the itemand his objective perfomance is measured. Thus, the subject finds himself in theposition of being compelled to validate his subjective opinion of increased sensa-tion with an increased objective perfomance.
4.Verbal reinforcement contingent on the execution of the appropriate hypnotic behaviour.
Beide Verfahren scheinen vergleichbar effektiv zu sein. (Das CSTP ist m.W. besser erforscht, aber ich würde darauf nicht viel geben).
Zu bedenken ist auch, dass solche Verfahren in der Regel höchstens einige Stunden geübt wurden. Jemand, der motiviert selbst übt, wird vielleicht viel mehr Zeit aufwenden.

Mein Ansatz, wenn man eh eine positive Einstellung zur Hypnose hat, wäre, tatsächlich zu üben, indem man sich immer wieder entspannt auf die angestrebten Phänomene konzentriert bzw. sie "herbei-imaginiert".

Dr.Miles
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Dr.Miles » So, 16. Aug 2020 17:44

Hallo Miracules,
entschuldige das ich mir soviel Zeit gelassen habe mit dem Antworten, ich hatte einfach nicht den Kopf dafür.
Miraculus hat geschrieben:
Sa, 01. Aug 2020 22:21
wäre interessant, was Dich denn vorangebracht hat?
Ich denke es ist dafür noch etwas zu früh um wirklich sagen zu können was mir hilft. Jedoch kristallisiert sich für mich persönlich schon ein gewisser Weg heraus. An erster Stelle ist es - wie du auch schon vorgeschlagen hast - üben.
Ich habe mir 2 Hypnosesitzungen erstellt, beide ca. 15 Minuten die erste hat das Thema Suggestibilitätserhöhung, die zweite ist eine Sitzung mit dem Thema Armlevitation zum Testen. Die 1. höre ich regelmäßig mindestens einmal am Tag, entweder nach dem Mittagessen oder Abends vor dem Einschlafen, einfach weil ich mich da mit am besten entspannen kann. Zusätzlich trainiere ich meine Imgainationsfähigkeit nach dem Aufwachen. Zuerst habe ich mir nur eine Pyramide vorgestellt, schemenhaft und als Drahtgittermodell, dann mit einer einfachen Textur und drehend. Das klappt inzwischen auch schon ganz gut, sodass ich dazu übergegangen bin aus der Pyramide einen Oktaeder zu machen und diesen langsam im Geiste zu drehen. An meiner mangelnden Konzentrationsfähigkeit arbeite ich momentan eher indirekt mit EFT. Es gibt öfter Gedanken die mir durch den Kopf gehen die sich nicht so einfach wegschieben lassen. Das entsprechende Thema ergründe ich dann und bearbeite es mit EFT. Bei anderen alltäglichen Gedanken hilft es mir, das ich mir klarmache das es ganz normal ist und ich nur wieder zurück zum Thema kehren muss. Früher habe ich mich aufgeregt weil ich dachte jetzt habe ich es mir versaut, dabei habe ich das nur durch meine Aufregung gemacht, nachdem ich mich ablenken habe lassen. Also einfach kurz im Geiste sagen "Alles klar, Thema ist registriert, aber jetzt ist nicht der passende Zeitpunkt.". Bei Themen die nicht sehr belastend sind funktioniert das gut, die anderen beklopfe ich mit EFT. Die praktischen Ergebnisse halten sich noch in Grenzen, aber zumindest bekomme ich es jetzt ziemlich regelmäßig hin, das mein Arm anfängt zu zucken. Das ist für mich schon ein Fortschritt.
Miraculus hat geschrieben:
Sa, 01. Aug 2020 22:21
Inwieweit das Caeleton Skills Training Package (CSTP) allgemien für das "Eigentraining" geeignet ist, ist schwer zu beurteilen.
Das ist so eines der Hauptprobleme die ich damit habe, nach Möglichkeit würde ich gerne das originale CSTP verwenden, wozu bspw. auch ein Video zählt von einer Person die gut auf Suggestionen reagiert. Mein erster Gedanke wenn ich mir das jetzt selber zusammenschustere ist ob ich damit wirklich alle relevanten Teile erwische und korrekt anwende. Das fängt ja schon dabei an, dass das CSTP für eine Versuchsumgebung entwickelt wurde, wo man z.B. einen Versuchsleiter der einem dies oder jenes erzählt voraussetzen kann. Das muss man wenn man es alleine macht alles modifizieren, das Risiko dabei dann wirksame Komponenten wegzurationalisieren oder zu verändern ist in meinen Augen da doch ziemlich groß. Daher ist es trotz meiner Begeisterung dafür leider auf den hinteren Plätzen gelandet. Wenn ich jetzt noch 1-2 Mitstreiter hätte würde das vielleicht anders aussehen, aber ich arbeite an dem Thema momentan ausschließlich alleine.

Miraculus hat geschrieben:
Sa, 01. Aug 2020 22:21
The Sachs and Anderson (1967) hypnotic susceptibility modification programme
Danke für den Hinweis, darüber habe ich auch mal am Rande gelesen, aber es ist wieder in Vergessenheit geraten. Ich schaue mal ob ich Teile davon in ein eigenes Training umwandeln kann. Das mit den Büchern zum Üben der Levitation ist auch ein netter Ansatz den man vielleicht etwas abgewandelt in seinen eigenen Übungen unterbringen kann.
Miraculus hat geschrieben:
Sa, 01. Aug 2020 22:21
Mein Ansatz, wenn man eh eine positive Einstellung zur Hypnose hat, wäre, tatsächlich zu üben, indem man sich immer wieder entspannt auf die angestrebten Phänomene konzentriert bzw. sie "herbei-imaginiert".
Im wesentlichen ist das auch genau das was ich mache. Üben, schauen wo es hängt und versuchen die Probleme anzugehen die blockierend wirken. Ich denke das sich eine gewisse Hartnäckigkeit hier auszahlt - Früher oder später.
Und wie heißt es so schön: Wenn dir etwas nicht gelingt, versuchs, versuchs, versuchs immer wieder von vorne :-D.

Miraculus
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Miraculus » Di, 18. Aug 2020 00:55

@ Dr. Miles:

Danke für die Antwort. Das freut mich, wenn es ganz ordentlich funktioniert. Da drücke ich Dir die Daumen.

Ich glaube nicht, dass es beim CSTP gründlich erforscht ist, welche Komponenten wirksam sind. Da es aber wohl ähnlich effektiv ist wie Sachs und Anderson, würde ich einmal vermuten, dass spezielle Komponenten wie die Demonstration eines "Models", das auf Suggestionen reagiert, nicht unbedingt zwingend ist. ich denke eh, dass das Model vielleicht eher für Leute ist, die noch nicht so viel von Hypnose wissen. Wie dem auch sei: Du findest sicher einen Weg bzw. wandelst sicher weiter erfolgreich auf Deinem Weg. :)

Dr.Miles
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Dr.Miles » Di, 18. Aug 2020 23:09

Miraculus hat geschrieben:
Di, 18. Aug 2020 00:55
Wie dem auch sei: Du findest sicher einen Weg bzw. wandelst sicher weiter erfolgreich auf Deinem Weg. :)
Hi Miracules,
danke für dein Vertrauen, so 100% überzeugt bin ich leider noch nicht, aber eher auf unbewusster Ebene als bewusst. Bewusst denke ich mir immer: "Du hast es geschafft Katalepsie, Levitation und teilweise auch Halluzinationen bei anderen Menschen zu erreichen und das teilweise bei Leuten, die der Sache nur neutral gegenüberstanden, warum sollte ich es nicht schaffen, mit meiner ganzen Motivation, dem Wissen was ich mir zu dem Thema angeeignet habe und dem kontinuierlichen üben nicht wenigstens eine mittlere Trance (bzw. eine durchschnittliche Suggestibilität) zu erreichen?" Dann aber kommt das kleine Teufelchen und flüstert: "Andere Menschen sind andere Menschen, du weisst nicht genau warum es bei dem einen funktioniert und beim nächsten nicht, wie kannst du sicher sein, dass du nicht auf dem Holzweg bist, gesprochen hast du bisher noch mit keinem der seine Suggestibilität erfolgreich erhöht hat, also warum bist du so überzeugt das es bei dir klappt?" Ich glaube diesen inneren Konflikt muss ich noch auflösen um wirklich weiter zu kommen, mit EFT bin ich auch schon dabei, aber ich habe schon gemerkt das dies mehr oder weniger direkt auf ein anderes großes Thema verweist, woran ich immer wieder zu kauen habe: Selbstbewusstsein. Ich denke das wenn ich etwas selbstbewusster wäre, wäre ich auch von dem was ich tue mehr überzeugt und hätte es dadurch auch leichter, so stehe ich mir da selber noch etwas im Weg. Aber das die Angelegenheit nicht ganz so einfach ist, war mir schon bewusst, sonst hätte ich schon damals als ich vor 10 Jahren mich das erste Mal intensiver mit Hypnose auseinandergesetzt habe mehr Erfolg gehabt. Aber ich bleibe auf jeden Fall dran, die Möglichkeiten die die Hypnose mir bieten kann sind einfach zu verlockend als das ich (diesmal wieder) aufgebe, ohne alles was in meiner Macht steht gründlich ausprobiert zu haben.
Fürs erste bin ich wirklich schon froh das die Levitation nun immer ein kleines Stückchen besser funktioniert, vielleicht macht es auch irgendwann klick wenn die gröbsten Hemmnisse erst einmal aus dem Weg sind und es geht von da an alles ein wenig reibungsloser.

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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Miraculus » Mi, 19. Aug 2020 20:45

Mit genügend Geduld geht es sicher. Es gibt den Berichte von Oskar Vogt und Milton Erickson über einzelne Probanden, die mehrere hundert Sitzungen brauchten, bis sie schließlich sehr "tief hypnotisiert" waren. Das sind aber Ausnahmen. Normalerweise - das ist jedenfalls meine Überzeugung - müsste es mit einiger Übung bei den meisten Leuten deutlich schneller gehen. Oskar Vogt schreib:

"Auf Grund meiner Erfahrungen behaupte ich, daß bei jedem geistig gesunden Menschen Somnambulismus erzielt
werden kann; momentan störende Momente lassen sich mit Geduld immer beseitigen." (Quelle: A Forel, "Der Hypnotismus", Internet-Archiv).

Es schiene mir auch merkwürdig, wenn die Fähigkeiten, die hohe hypnotische Suggestibilität auszeichnen (vermutlich zum Beispiel bestimmte Formen der Lenkung der Aufmerksamkeit) nicht grundsätzlich trainierbar sein sollten.

Insofern: Ich weiß nicht, wie lange es bei Dir dauert, aber würde mal stark annehmen, dass es mit hinreichender Geduld früher oder später funktionieren sollte.

Dr.Miles
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Dr.Miles » Do, 03. Sep 2020 09:46

Hallo Miracules,
ich wollte mal wieder ein kleines Feedback geben wieweit ich bisher gekommen bin. Also kurz gesagt es gab kleinere Fortschritte und inzwischen steigt langsam auch die Überzeugung das ich wirklich einmal Hypnose als sinnvolles Tool für mich nutzen kann. Der wesentlichste Fortschritt ist das ich langsam ein Gefühl habe wie ich visualisieren muss als das die Suggestion angenommen wird. Wenn ich es beschreiben müsste würde ich es am ehesten als "emotionales visualisieren" bezeichnen. Bei der Armlevitation mache ich das z.B. indem ich mir nicht nur (m)einen Arm vorstelle sondern mir auch innerlich sage: "Das ist mein Arm, mein Körper der jetzt fühlt wie der Arm leichter wird". Vorher habe ich eher einen Arm statt meinem visualisiert, hatte mich also nicht so wirklich mit der Visualisation identifiziert.
Des weiteren habe ich einen für mich hinderlichen Glaubenssatz aufgedeckt, im Prinzip ist es "du hast es früher schon probiert und die Sache frustriert aufgegeben, selbst wenn es jetzt klappt gibst du damit zu, das du schon viel früher hättest von Hypnose profitieren können". Es klingt vielleicht etwas paradox das genau das ein Problem darstellt, aber ich merke doch wenn ich darüber nachdenke wie das an mir nagt das ich mich soviel damit beschäftigt habe und ich trotzdem so wenig von der Hypnose profitiere. Es gibt soviel Menschen die Hochsuggestibel sind und nichts daraus machen und ich "quäle" mich da langsam von der Levitation an nach oben. Wenn ich mit meinem logischen Verstand darüber nachdenke weiss ich schon das es unnötig ist sich selbst so ein Bein zu stellen, aber das ist es nunmal was mir mein Bauch sagt. Zum Glück konnte ich das mal so auf den Punkt bringen, weil ich das Gefühl habe das diese Erkenntis mich weiter bringt. Ich habe die Vermutung ich lehne Hypnose deshalb inzwischen innerlich ein wenig ab um mich selbst zu bestätigen das ich damals alles richtig gemacht habe, dass nicht ich versagt habe, sondern das die Suggestibilität halt schuld ist. Das mag für manche ein wenig suspekt klingen, da ich ja von dem Thema Hypnose sehr angetan bin, aber ich glaube das sich hier ein emotionaler Knoten befindet den ich auflösen muss. Das ist auch erstmal OK, da sich für sowas EFT anbietet und ich das Problem damit wahrscheinlich in den Griff bekomme, womit ein weiteres Puzzleteil gelöst ist. Ein anderer Punkt der mir aufgefallen ist, ist meine Innere Unruhe die ich oft habe. Auf der einen Seite vermute ich hier noch irgendwelche psychischen Probleme (ungelöste Konflikte, latente Ängste usw.), aber hier kam ich mit EFT bisher noch nicht soweit, aber das hatte denke ich mehr zeitliche Gründe, wenn ich das Thema mal systematisch durchdenken würde, würde mir hier vielleicht auch die Ursache einfallen, aber ich habe zumindest fürs Erste hier eine ganz praktikable Lösung gefunden: Joggen. Da ich mich wirklich sehr wenig bewege ist das eh keine schlechte Idee, mir mangelte es nur an der Motivation. Aber mir ist aufgefallen, dass wenn ich nach dem Joggen eine Hypnose mache, ich nicht so oft abgelenkt werde von dieser inneren Unruhe. Der Effekt hält zwar nur ca. 1 Stunde an, aber das reicht mir fürs Erste.
Damit wäre ich denke ich auch erst einmal durch mit dem wichtigsten^^
Miraculus hat geschrieben:
Mi, 19. Aug 2020 20:45
"Auf Grund meiner Erfahrungen behaupte ich, daß bei jedem geistig gesunden Menschen Somnambulismus erzielt
werden kann; momentan störende Momente lassen sich mit Geduld immer beseitigen." (Quelle: A Forel, "Der Hypnotismus", Internet-Archiv).
Das ist denke ich auch die richtige Einstellung mit der ich früher oder später auch in den Genuss des Potenzials komme, welches Hypnose bietet :-). Aber es tut gut zu lesen, dass jemand aufgrund seiner Erfahrungen zu dieser Überzeugung gelangt ist, das bestätigt mich in meiner Vorgehensweise.

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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Miraculus » Fr, 04. Sep 2020 21:43

Hallo Dr. Miles,

Deine Schilderungen sind interessant, und das klingt doch positiv und erfreulich.

Allgemein gesprochen kann Hypnose auch dann bei persönlichen oder therapeutischen Anliegen helfen, wenn man nicht sehr gut typische Hypnose-Phänomene erleben kann. Andererseits kann das Erleben von Hypnose-Phänomenen sicherlich spannend sein und eine hilfreiche Ressource darstellen. Insoweit spricht da sicher nichts dagegen, dass Du am Ball bleibst. Falls Du allerdings persönliche Anliegen hast, könnte die Hypnose Dir womöglich jetzt schon helfen, und nicht erst später.

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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Dr.Miles » Di, 08. Sep 2020 12:21

Hallo Miraculus,
ja, im wesentlichen bin ich ganz froh das ich zumindest stückchenweise vorankomme, obwohl ich denke das ich den Kern der Sache noch nicht vollständig entlarvt habe. Ich glaube zum Beispiel, dass ich was das Thema Erwartungshaltung noch einiges tun könnte. Ich lese auch im Zusammenhang mit Suggestibilität immer wieder wie wichtig die Erwartungshaltung ist. Hier befinde ich mich aber in einer gewissen Zwickmühle: Auf der einen Seite möchte ich so überzeugt wie möglich sein das ich meine Ziele erreiche und ich bekomme ja zum Glück inzwischen auch das ein oder andere positive Feedback wie die Fortschritte bei der Levitation mit dem emotionalen visualisieren. Auf der anderen Seite gehen mir meine früheren Erfahrungen nicht aus dem Kopf die ich gemacht habe. Als ich mich vor einem Jahrzehnt erstmalig mit Hypnose beschäftigt habe, war ich Feuer und Flamme für das Thema, ich habe alles in mich aufgesaugt was es zu dem Thema gab und sogar ein Seminar besucht um wirklich sicher zu sein das ich nichts verkehrt mache. Spektakuläre Erfolge sind auch nicht ausgeblieben, ich habe im Prinzip alles umsetzen können was ich mir mit Hypnose erträumt hatte - nur nicht bei mir selbst. Frustriert habe ich das Thema irgendwann aufgegeben, weil ich es schließlich hauptsächlich wegen mir gemacht habe. Andere Personen zu hypnotisieren war nicht meine Intention und ich habe es auch nur gemacht weil es sich halt ergeben hat und ich so etwas Praxis hatte. Ich habe irgendwann halt einfach akzeptiert das ich halt aufgrund meiner teils misstrauischen und nachdenklichen Art nicht geeignet bin. Damals hatte ich auch noch gelernt das Suggestibilität eine weitgehend feststehende Persönlichkeitseigenschaft ist, die sich wenn dann nur in kleinem Maße verändern lässt. Eine Einstellung die heute noch einige Hypnotiseure vertreten. Erschwerend kam hinzu das mein Englisch damals noch ein paar Zacken schlechter war als heute, weswegen ich gar nicht erst im englischen Bereich gesucht hatte, sonst wäre ich über sowas wie das CSTP wahrscheinlich schon früher gestolpert. Aber bis heute findet sich ja sehr wenig zu diesem Thema im deutschsprachigen Internet. Aufgrund dieser Geschichte hat sich in mir ein gewisser Frust ausgebreitet. Dieser wirkt bewusst und/oder unbewusst jetzt noch auf mich. Ich möchte eigentlich keine große Erwartungshaltung mehr haben, um nicht wieder so enttäuscht zu sein wie ich es damals war. Umso weniger ich erwarte umso weniger tut es weh wenn es dann doch nicht klappt. Das genau das die verkehrteste Einstellung ist die ich haben kann ist mir bewusst, aber das ist ein Thema wo ich mit EFT bisher noch nicht soweit gekommen bin. Eine Idee die ich habe ist für dieses Thema neben EFT noch eine Hypnosesitzung zu erstellen die auf meine Erwartungshaltung in der Richtung abzielt. Wobei da mein Verstand natürlich sofort einhakt mit Verweis auf das Henne-Ei-Problem. Wie kann ich mir etwas erfolgreich suggerieren, wobei es darum geht, das Suggestionen "funktionieren"?. Aber hier könnte die Sache durchaus etwas komplexer sein als ich das im ersten Moment annehme, wie du ja schon meintest werden manche persönliche/therapeutische Anliegen ja trotzdem "bearbeitet" auch wenn klassische Hypnosephänomene (noch) nicht funktionieren.
Miraculus hat geschrieben:
Fr, 04. Sep 2020 21:43
Andererseits kann das Erleben von Hypnose-Phänomenen sicherlich spannend sein und eine hilfreiche Ressource darstellen. [...] Falls Du allerdings persönliche Anliegen hast, könnte die Hypnose Dir womöglich jetzt schon helfen, und nicht erst später.
Mein persönliches Anliegen könnte u.U. etwas delikat sein, wenn es dich interessiert teile ich dir das gerne per PM mit, hier im Forum würde ich mich damit noch etwas unwohl fühlen, auch wenn es das vielleicht nicht unbedingt müsste. Vom Themenbereich innerhalb der Trancephänome geht es um intensive Gefühlszustände und posthypnotische Suggestionen. Es liegt auf der Messlatte also leider relativ weit oben, wenn man mal die gängigen Suggestibilitätstests durchgeht. Probiert habe ich es auch schon, die Hypnosesitzung für das Thema ist schon fertig und ich habe sie auch ausprobiert, aber es hat nicht funktioniert. Daher hangele ich mich im Moment langsam nach oben.

Miraculus
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Re: Suggestibilität und Hypnotisierbarkeit erhöhen

Ungelesener Beitrag von Miraculus » Di, 08. Sep 2020 22:45

Hallo Dr. Miles.

es ist zwar prinzipiell schon so, dass eine starke positive Erwartungshaltung vermutlich hilfreich ist - allerdings ist die genaue Bedeutung nicht ganz geklärt ist und es gibt auch Experimente, in denen die Erwartung keinen starken Einfluss hatte.
Insbesondere gibt es nicht wenige Leute, die KEINE besondere Erwartungshaltung haben oder sogar skeptisch sind, und wo es dann trotzdem gut klappt, manchmal zu ihrer großen Überraschung. Nötig ist eine Erwartungshaltung also offenbar nicht.

Eine gewisse Offenheit reicht anscheinend aus. Das gilt auch für Suggestionen allgemein. Es genügt offenbar grundsätzlich erst mal, sich ernsthaft darauf einzulassen und eine gewisse Ausdauer zu haben. Ich würde mich daher persönlich nicht zu sehr darauf konzentrieren, die Erwartungshaltung grundlegend zu verändern, sondern die gelassene Variante bevorzugen im Sinne von: Ich übe in Geduld und Ruhe.
Es besteht m.E. ansonsten die Gefahr, dass man sich unter Erwartungsdruck setzt. Ein zunehmender Erfolg in kleinen Schritten wird sich ohnehin auf die Erwartungshaltung ausüben, und dies sollte genügen.

Wenn ich Du wäre würde ich versuchen, in etwa folgende Einstellung zu erreichen:
Es gibt einige Leute, die sehr schnell sehr gut hypnotische Phänomene erleben können, aber bei vielen geht das nicht so ohne Weiteres. Wahrscheinlich geht es auch bei Letzteren, aber zum Teil müssen die dann eben einige Zeit üben. Das habe ich damals nicht getan. Ich versuche es, indem ich immer wieder übe, ohne Verbissenheit.

Wie gesagt, das wäre jetzt meine Zugangsweise, ob sie auch für Dich passend ist, musst Du natürlich wissen.

Bei hypnotischen Phänomenen geht es letztlich wohl einfach darum, bestimmte kognitive Fähigkeiten zu haben bzw. zu trainieren. Bei Suggestionen oder anderen Interventionen, die in Richtung Coaching und Therapie gehen, mag es tendenziell in manchen Fällen etwas komplizierter sein. Da geht es ja um grundlegendere Erlebens- und Verhaltensmuster, und nicht nur darum, mithilfe von Konzentration und Vorstellungskraft mal etwas zu erleben (um es vereinfacht auszudrücken). Aber auch da hast Du ja augenscheinlich geeignete Werkzeuge, und auch da würde ich persönlich versuchen, es mit Geduld und Ruhe hinzubekommen, anstatt mich quasi zu zwingen, etwas zu erwarten.

Wenn Du bereit bist, mir mehr über Deine persönlichen Ziele mitzuteilen, ehrt mich das und ich schaue mir das gerne an. Allerdings möchte ich auch nicht, dass Du Dich in irgendeiner Weise unter Druck fühlst, etwas womöglich zu Privates zu äußern. Die Entscheidung liegt also wirklich ganz bei Dir, und Du musst nicht befürchten, dass ich irgendwie "vergräzt" sein könnte, egal wie sie ausfällt.

Ich muss natürlich noch sagen, dass ich Dir keine Versprechungen abgeben kann, dass es wie gewünscht funktioniert. Die Erfahrung von Hypnotiseuren, die geduldig waren, scheint aber doch ziemlich dafür zu sprechen, dass mit entsprechender Ausdauer hypnotische Phänomene erlernbar sind.

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