Wer ist Schamane? Wie wird man Schamane?

Schamanische Techniken
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Bergfrau
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Wer ist Schamane? Wie wird man Schamane?

Ungelesener Beitrag von Bergfrau » So, 01. Okt 2006 14:48

WER IST SCHAMANE???

Ich habe einen Inuit- Schamanen als Freund, der sagt mir ständig, dass er es verrückt findet, wenn wir Europäer Schamanen sein wollen, denn das wäre ein Fluch und er verstünde nicht, wieso wir das freiwillig machen wollen.
Er sagt, dass Schamanen früher sterben, dass am Sterbebett eines Eltern- oder Großelternteiles die Kinder und Enkelkinder Angst davor hätten, die "ganze Kraft" übergeben zu bekommen, sie betteln oft darum, nur die halbe Kraft zu bekommen, damit sie es nicht so schwer haben. er sagte, sie nehmen Krankheiten auf sich und sterben deshalb früher.
Mit dieser Aussage bin ich bedingt einverstanden und denke da an die Shuar-Indianer aus Equador, die meinem Schamanismus- Lehrer, einem Curandero- "Pfeile" in den Hals setzten, um zu verhindern, dass er während des Aussaugens Krankheiten versehentlich verschluckt.

Schamanismus müsste also grundsätzlich neu definiert werden in unserer Welt, weil sie sich wesentlich von der Welt unterscheidet, in der Schamanismus ursprünglich zu Hause war oder entstanden ist- also Sibirien oder andere Orte, an denen Schamanismus eine ganz andere Bedeutung hat als hier in Österreich oder Deutschland, wo das Wasser sauber aus der Leitung rinnt, Nahrung im Überfluss fertig verpackt im Geschäft abzuholen ist, keiner mehr mit dem Tod direkt konfrontiert ist und Medikamente in der Drogerie/Apotheke gekauft werden.


Ist ein Schamane einer, der ein Zertifikat der „Foundation of shamanic Studies“ hat, oder ist es einer, der zwar kein Zertifikat, aber die Erlaubnis der Spirits hat, sich so nennen zu dürfen? Oder muß man durch jahrelange Krankheiten initiiert werden, es vererbt bekommen von den Eltern, oder muss man behindert sein- so wie es bei manchen südamerikansichen Stämmen wichtig war, zu schielen, damit man in beide Welten sehen konnte?

Wie wichtig sind diese Dogmen in unserer zivilisierten, westlichen Welt, hat hier und in dieser Zeit Schamanismus überhaupt die selbe Bedeutung?

Trägt es nicht ohnehin jede Menge Verantwortung mit sich, sich so zu nennen? Ich denke, wer sich so nennt muss die Konsequenzen tragen. Wenn er das kann, dann IST er definitiv Schamane. Kann er es nicht, wird er sich lächerlich machen.

Die GEISTER bestimmen, wer es ist und wer nicht…
Und nur vor IHNEN müssen wir uns rechtfertigen.

Schlimm, daß man sich solche Titel schon kaufen kann. Wer genug Geld hat kann offiziell Schamane werden.
Im Internet tummeln sich hunderte "schamanen"- niemand weiß, wie sie zu ihrem Titel kamen.
Schwer, herauszufinden, was "echt" ist und was nicht.

Eine Urkunde an der Wand würde mich nicht überzeugen.


bergfrau
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Ungelesener Beitrag von Tidus » So, 22. Okt 2006 14:38

Und wie genau würdest du herrangehen um Schama zu werden, also auch wenn du meinst:
"Die GEISTER bestimmen, wer es ist und wer nicht…
Und nur vor IHNEN müssen wir uns rechtfertigen. "

wie kommt man denn überhaupt dazu die fähigkeiten von Schamanen zu erlangen?
bzw kennst/hast du Links?


Tidus

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Bergfrau
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Ungelesener Beitrag von Bergfrau » So, 22. Okt 2006 14:42

alles was man zur schamanischen arbeit braucht kann man im prinzip von den gistern / in der geistwelt erlernen- man muss nur hingehen und danach fragen- dann bekommt man die antworten.
das handwerk selber (um soweit zu kommen, daß man weiß, wohin man gehen muss und wie man die fragen formulieren muss, den umgang mit den gistern und die möglichkeiten) lernt man am besten von einem anderen schamanen.

in meinem fall waren das ein inuit-schamane und ein schamane/curandero aus österreich. ich hatte einfach glück.

eine davon ist:

www.schamanismus.cc (mein österreichischer lehrer)

von meinem inuit-lehrer veröffentliche ich keine adresse- er lebt in canada.

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Paul
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Ungelesener Beitrag von Paul » Fr, 22. Jun 2007 16:41

Hallo Forumswesen!

In schamanischen Kulturen gibt es drei Wege, Schamane zu werden:
• durch Erbschaft (der Funktion) oder Vererbung (der Veranlagung)
• durch Erlernen schamanischer Fähigkeiten
• durch Durchleben einer Initationskrise

Oft treffen zwei oder drei dieser Dinge zusammen, so daß ein Sohn oder eine Tochter oder ein Enkel eines Schamanen/einer Schamanin durch das Durchleben einer Krise erkennt, daß sie/er zum Schamanen oder zur Schamanin berufen ist. (Zum Beispiel: Amelie Schenk beschreibt in "Gesang des Himmels" mit ganz wunderbaren und ergreifenden Worten das Werden der Altai-Schamanin Galbe)

Erbschaft und Vererbung fallen in unserer nicht-schamanischen Kultur weg. Bleiben das Erlernen und/oder die Krise.

Eine Initationskrise kann körperlicher Art (Unfall, schwere Erkrankung, Nahtoterlebnis) oder seelischer Art sein. Bei einer Krise körperlicher Art wird die Medizin, die dafür ja zuständig ist, das Abklingen der Symptome abwarten, und wenn du als Betroffene/r halbwegs klever bist, sagst Du nach einiger Zeit, daß es Dir schon besser geht, und man wird Dich in Ruhe lassen. Diffiziler ist's bei einer seelischen Krise. In schamanischen Kulturen wird darauf geachtet, was eine mögliche schamanische Initationskrise ist, und Menschen, die damit Erfahrung haben, helfen dem angehenden Schamanen weiter in seiner Entwicklung. Bei uns wird so etwas als "Produktive Psychose" bezeichnet und medikamentös unterdrückt, und das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Menschen überhaupt passieren kann.

Bleibt das Erlernen, und da sind Paul Uccusics und seine Frau Roswitha (FSS) nicht die schlechtesten Ansprechpartner. Es sollte allerdings niemand, der nur ein oder zwei Seminare bei der FSS besucht hat, herumlaufen und sich als Schamane bezeichnen. "Schamanisch tätig" ist da das richtige Wort dafür. Und es sollte schon gar niemand auf die Idee kommen, zu behaupten, irgend etwas heilen zu können. Das ist (zu mindest in Ö) Ärzten und Psychotherapeuten vorbehalten, und deren Mißgunst kann ziemlich teuer kommen, wenn daraus eine Anklage wegen Kurpfuscherei resultiert.

Bergfrau sagt da ganz richtig, Du spürst, was ist, beziehungsweise die Spirits sagen es Dir. Und im übrigen gilt auch hier das siebte Huna-Prinzip: "Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit" Wenn Du mit dem, was Du tust, etwas bewirkst, und das ist gut, dann bleib dabei. Wenn Du nichts Gutes bewirkst, dann tu bitte was anderes!

Liebe für Euch!

Paul

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Re: Wer ist Schamane? Wie wird man Schamane?

Ungelesener Beitrag von leybkneter » So, 13. Okt 2019 16:29

Mein Urgroßvater war Schamane, ich selber werde zwar von so manchen als das gesehen, auch wenn ich da so manchen Zweifel habe, auch wenn die Geister mich schon gerufen hatten.
Wenn ich darüber nachdenke, wie ich mit meiner Frau damals in der Fremde spazieren ging und mir dann Russen oder Deutschrussen über den Weg liefen und sich dann verneigten, oder mir ihre Lebensgeschichte erzählten, dann kann es meine Frau heute verstehen, damals war es nur schräg, auch wenn Tiere auf mich anders reagierten, Wildschweine welche sich hinlegten, oder Wolfsmischlinge welche plötzlich neben mir standen oder so, heute 20 Jahre später geht meine Frau gelassen damit um, aber in der Anfangsphase war es eher merkwürdig, damals verneigten sich Mönche in Augsburg, ohne dass sie erklären konnten warum.
Auch wenn ich mich weigere den Namen als solchen zu tragen, die Umgebung gibt ihn mir, ich bin einfach ein Leybkneter, dem Wildschwein ist das egal, dem Wolf auch, meinen Ahnen auch
einfach ankommen, oder ist das nicht so einfach?

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Re:

Ungelesener Beitrag von afer » Sa, 22. Aug 2020 18:40

Bergfrau hat geschrieben:
So, 22. Okt 2006 14:42
alles was man zur schamanischen arbeit braucht kann man im prinzip von den gistern / in der geistwelt erlernen- man muss nur hingehen und danach fragen- dann bekommt man die antworten.
das handwerk selber (um soweit zu kommen, daß man weiß, wohin man gehen muss und wie man die fragen formulieren muss, den umgang mit den gistern und die möglichkeiten) lernt man am besten von einem anderen schamanen.

in meinem fall waren das ein inuit-schamane und ein schamane/curandero aus österreich. ich hatte einfach glück.

eine davon ist:

www.schamanismus.cc (mein österreichischer lehrer)

von meinem inuit-lehrer veröffentliche ich keine adresse- er lebt in canada.

bergfrau
Hallo,
dieser Post ist zwar schon sehr lange her, aber ich bin per Zufall darauf gestoßen und vll. siehst udn antwortest du ja "Bergfrau" trotzdem noch auf meine Frage. Ich habe nämlich den gleichen Ansatz vermittelt bekommen wie du ihn beschrieben hast, dass man alles was man braucht von den Geistern in der Geistwelt lernen und erfragen kann. Mir hat den Zugang zu der Geistwelt vor ein paar Jahren jemand eröffnet und seit dem gehe ich selbst regelmäßig in die Geistwelt und kommuniziere mit ihnen. Trotzdem bin ich manchmal unsicher wie ich Fragen formuliere und wie die Antworten zu interpretieren sind. Vll. geht es auch einfach darum sich auf die eigene Intuition zu verlassen und mehr Vertrauen zu haben...Aber hättest du selbst Tipps oder Empfehlungen wie man Fragen formuliert und die Antworten interpretiert?

Herzlichen Dank!
Afer

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