(Selbst)Hypnose mittels selbst aufgenommener Kassette/CD

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Petra
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(Selbst)Hypnose mittels selbst aufgenommener Kassette/CD

Ungelesener Beitrag von Petra » Fr, 03. Sep 2004 10:55

(Selbst)Hypnose mittels selbst aufgenommener Kassette/CD

.... ist eine beliebte und auch gute Methode. Es kommt jedoch vor, dass einige ihre eigene Stimme nicht mögen und glauben, sich dadurch sogar gestört zu fühlen.
Nach häufigerem Hören kann man sich jedoch meist schnell besser damit anfreunden.

Die Nutzung eines eigenen Tonträgers ist auf jeden Fall sehr vorteilhaft und auch bequem. Während man sich bei der direkten Selbsthypnose immer noch auf den Suggestionstext konzentrieren müssen, kann man sich bei der eigenen Kassette oder CD einfach „fallen lassen“ und auch einen tieferen Trancestand erreichen.

Genau da allerdings liegt auch die Gefahr - fehlerhafte Suggestionen können in tiefer Trance manchmal mehr schaden als nutzen.
Wer sich mit Hypnose und Suggestionen nicht schon ausführlich beschäftigt hat, sollte bei der Formulierung seiner Suggestionen besser um Rat fragen oder auf diese Methode verzichten.

Bei einer selbst aufgenommenen Kassette/CD handelt es sich um eine Mischform von Fremd- und Selbsthypnose. Dadurch ist es möglich, auch in tiefere Trance zu kommen. Das Bewusstsein muss die gegebenen Suggestionen nicht mehr überdenken und kontrollieren, weil sie ja von der Kassette/CD gegeben werden und nicht von Dir selbst.

Ob Du Dich hierbei mit „ich“ oder „du“ ansprichst, ist Deinem persönlichen Empfinden überlassen. Der Großteil empfindet ein „du“ vermutlich angenehmer, weil man ja angesprochen wird – wenn auch von sich selbst.

Überlege Dir vor Beginn, was Du erreichen möchtest. Soll es einfach nur eine Leerhypnose zur Entspannung sein oder mit Suggestionen?
Wenn Du dann in etwa weißt, was Du machen möchtest, erstelle Dir am besten eine stichwortartige Vorlage des Textes, die Du sprechen möchtest. Diese sollte Dir helfen, nicht „stecken zu bleiben“.

Benutze dazu eine Einleitung, bei der Du glaubst, am leichtesten in Trance zu kommen.
Halte in einem Ablaufschema fest, welche Teile in welcher Zeit ablaufen sollen. Lese den Text einige Male durch, bis Du etwa weißt, wie er auf dem Band ablaufen soll.

Versuche, den Text so ruhig und langsam wie möglich zu sprechen und machen öfter kleine Pausen zwischendurch.

Besprich das Band so, als würdest Du zu jemand anderem sprechen - also nicht vorlesen, dann klingt es am natürlichsten.

Anschließend an Deine Einleitung folgen Deine Suggestionen, die auf Deine gewünschte Veränderung zugeschnitten sind.

Besprich nach Deinem Suggestionsteil den Tonträger mit der Rücknahme des Trancezustandes.
Da der Trancezustand tiefer sein kann als bei der direkten Selbsthypnose, ist eine vollständige Rücknahme wichtig. Ansonsten kann es nach der Hypnose zu unangenehmen Symptomen wie Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen kommen.
Sollte dies einmal vorkommen, begib Dich am besten erneut in Trance und nimm die Trance danach ausführlich zurück, ggf. unterstützend mit Suggestionen, die Deinen Blutdruck wieder normalisieren.

Du kannst Dir natürlich auch verschiedene Bänder besprechen – mit verschiedenen Suggestionen.
Jedoch solltest Du Dich nicht mit mehreren Problemen auf einmal befassen, weil Dein Unterbewusstsein sonst schnell überlastet ist und nicht weiß, was es zuerst machen soll, was dazu führt, dass man oft gar keinen Erfolg erzielt.


Wer etwas mit dem PC umgehen kann, der hat dann natürlich auch die Möglichkeit, sich statt einer Kassette eine CD anzufertigen, ggf. auch eine Entspannungsmusik in den Hintergrund zu mixen.

Erforderlich sind, neben ein wenig Kenntnissen, eine Soundkarte, ein Mikrophon, ein Audiorecorder und zum Musik untermixen ggf. ein Audiomixer.

Der in Windows integrierte Audiorecorder unterbricht die Aufnahme nach jeweils 60 Sekunden und legt die Dateien außerdem im wav-Format an, was großen Platz auf der Festplatte „frisst“.

Einen vergleichbaren Recorder gibt es als kostenlose Freeware unter http://www.stepvoice.com/ (Download-Datei 230 Kb groß). Der Recorder funktioniert auch, ohne auf der Festplatte installiert werden zu müssen.
Dieser unterbricht nicht nach 60 Sekunden und speichert die Datei im platzsparenden MP3-Format.

Unter http://www.schattis.de/DOWNLOAD.htm gibt es – ebenfalls als kostenlose Freeware – einen Audiomixer zum Musik untermixen, bzw. als direkten Download-Link (Download-Datei Größe: 816 Kb) hier:
http://home.vrweb.de/helmut.schattenkir ... etupAM.exe

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The_Summer
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Ungelesener Beitrag von The_Summer » Fr, 03. Sep 2004 14:17

die anleitung ist wirklich gut.
ich habe zwar im moment sowas nicht vor aber vielleicht später mal.

das problem dass man seine eigene stimme nicht ausstehen kann kenne ich aber. wenn man einen computer hat kann man auch einfach den ton ein bisschen erhöhen oder vertiefen das wirkt dann sofort ganz anders.
oder die abspielrate verlangsamen dann ist es auch nicht so schlimm wenn man vorher etwas zu schnell gesprochen hat.
Viele Grüße

Jan

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Petra
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Ungelesener Beitrag von Petra » Fr, 03. Sep 2004 17:49

Hallo Jan,

unsere Selbsthypnose-CD habe ich ja gesprochen.
Das war anfänglich sooooo schlimm, als ich die ersten Versuche unternommen habe, meine Stimme aufzunehmen, ich fand das ja soooo gräßlich - aber jeder hat mir gesagt, dass ich eine schöne Stimme habe, also hab ichs schließlich geglaubt *gggg*

Man gewöhnt sich wirklich daran, mach das 2 oder 3 Mal, dann macht es Dir gar nicht mehr so viel aus. Vor allem hörst Deine eigene CD ja auch nur Du.

Was sehr schön klingt, wenn Du mit einem entsprechenden Programm der Stimme einen leichten Hall gibst, das hat der Studiomensch mit meiner Stimme gemacht ;-)

Cleopatra

Ungelesener Beitrag von Cleopatra » Fr, 03. Sep 2004 19:22

Der Studiomensch. *gggg*
Kurz: Achim. *ggg*

Ich kenne das auch, dass man seine eigene Stimme nicht leiden mag, da man sie - in dem Körper drinsteckend - ganz anders wahrnimmt.
Aber wenn ich sie so aufnehme, finde ich meine mittlerweise sehr sympathisch und niedlich. *g*
Ich nehme oft Gesang auf oder alltägliches, was ich so sage, und mag meine Stimme mittlerweile, auch wenn ich das nie gedacht hätt.
Aber ich glaube... eine Hypnose CD.. ich würde losprusten, fast. :-D

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Ungelesener Beitrag von Selbsthypnose-Markus » Do, 28. Sep 2006 18:32

So ganz ist mir das immer noch nicht klar. Ich kenne KliHyp und habe verstanden, daß man bei Selbsthypnose eine Kassette besprechen kann.

Irgendwo hatte ich aber mal gehört, daß man nur mit einer Anleitung von außen in eine Trance mit Führung auf ein Ziel zu gehen kann. Das stimmt dann nicht? Wie mache ich das ohne Kassette, ist das ähnlich Meditation?

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Elmar
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Ungelesener Beitrag von Elmar » Do, 28. Sep 2006 19:15

Das Angenehme an Selbsthypnose ist, dass man sich selber nicht falsch verstehen kann.
Normalerweise kann bei einer Selbsthypnose nichts Nachteiliges passieren.
Schlimmsten Falles wirken die Suggestionen nicht.
Anders beim selbst besprochenen Tonträger.
Wenn sich das Ub erinnert, dies selber besprochen zu haben, dann kann alles so ablaufen, wie bei jeder Selbsthypnose auch - nur eben tiefer kann es gehen, mehr " fallen lassen" kann man sich.
Weil aber die eigene Stimme oft nicht als solche erkannt wird, besonders dann wenn man tiefer einsinkt, wird aus der Selbsthypnose, ganz plötzlich eine "Fremdhypnose"!
Mit allen Konsequenzen.
Es kann falsch verstanden werden, es können doppeldeutige Worte anders als gedacht, interpretiert werden.
Genau darum muss man dabei sehr aufpassen.

Selbsthypnose hat nur "bedingt" mit Meditation zu tun.
Das Hinführen in eine angenehme Entspannung ist ja oft sehr ähnlich.
Im Prinzip ist es aber möglich, sich alle Suggestionen zu geben, genau so wie bei einer Fremdhypnose.
Sie werden auch angenommen.
Dass dies nicht möglich sein soll, stimmt so nicht.
Nur - die eigene Erfahrung, die Kontrolle des Bewusstseins, die macht oft eine Gegensuggestion, so dass die gegebenen Suggestionen wieder unwirksam wird.
Das Schwierige ist, sich selber zu vertrauen, sich auf seine Gefühle zu verlassen.
Sobald man da die Erfahrung gemacht hat, dass dies ja doch funktioniert, hat man nie wieder Probleme mit eigenen Suggestionen.
Zuletzt geändert von Elmar am Fr, 29. Sep 2006 07:07, insgesamt 1-mal geändert.
Schöne Grüße

Elmar

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Ungelesener Beitrag von Selbsthypnose-Markus » Do, 28. Sep 2006 19:39

Das ist nett erklärt. Ich habe mir extra das Buch Selbsthypnose von Alman, Lambrou gekauft, um das mal weiter zu verstehen.

Ich hatte den Eindruck, es ist viel Entspannung und Suggestionen wie bei autogenem Training oder positivem Denken.

Bei Erickson war ja einer der Schwerpunkte die Utilisation. Da steht tatsächlich auch was im Buch in Kapitel 8 "Wie Sie mit Ablenkungen umgehen können". Ich stelle mir das recht kompliziert vor, das alles selber zu steuern.

Die übelste Suggestion fand ich auf Seite 257 bzgl Allergien. in den ersten ein oder zwei Monaten 20% Linderung... 50% Linderung nach etwa sechs Monaten. Vermutlich halten das viele Langzeitalergiker für sehr positive Zahlen, ich halte das für langsam und gedanklich einschränkend.

Insgesamt fand ich das Buch ganz anschaulich und praktisch, aber arbeitet mit sowas wirklich ein Mensch? Ich denke, das ist eher so ein Buch, das man im Schrank stehen hat, um Leute zu beeindrucken.

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Ungelesener Beitrag von Elmar » Fr, 29. Sep 2006 07:28

Zur Selbsthypnose gibt es viele Bücher - fast Alle haben eines gemeinsam - sie sind viel zu umständlich.
Die Selbsthypnose ist einfach!
Wir leben nicht in einer asiatischen Kultur, in der man ganz anders "denken"gelernt hat.
Gedankenfrei zu sein, liegt uns nicht.
Muss zur Selbsthypnose auch gar nicht sein.
Wichtig ist, sich Gefühle zu schaffen, die angenehm entspannend sind.
Und die können wir mit Worten erzeugen!Zuerst sich mit Worten eine Szene aufbauen, in der man sich vorstellen kann, so richtig die Seele baumeln zu lassen.
Vielleicht 2 Palmen an einem Strand, eine Hängematte dazwischen und genügend "Coco Loco" dazu.
Und immer, wenn mich etwas ablenkt - eine Rechnung die ich bezahlen sollte oder sonst etwas wichtiges, da sage ich mir , jetzt - in der Hängematte kann ich keine Bankgeschäfte machen, auch nicht telefonieren, da ist kein empfang.
Also mache ich das nachher! Jetzt genieße ich die salzige Luft, das Meeresrauschen - und überhaupt - im Moment ist mir alles andere egal.
Also immer wieder, wenn mich was ablenkt, gehe ich sofort wieder zurück, um zu genießen.
Zahlen sind sinnlos - jeder Mensch ist anders, ja jede Hypnose mit dem selben Menschen ist anders.
Oft ist ein Erfolg sofort da, manchmal benötigt es länger.
Einen Erfolg wird es geben - manchmal muss man nur den Weg etwas ändern, manchmal suchen, was da im Wege steht.
Allergien können mit Hypnose sehr gut behandelt werden - fast immer ist ein Teilerfolg schon von Anfang an zu bemerken.
Nicht immer kann man die Allergie vollständig beseitigen, oft muss man immer wieder auffrischen, weil die Muster so tief sitzen - aber Erfolge in Monate aufteilen - nein, mache ich nicht.
Schöne Grüße

Elmar

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Re: (Selbst)Hypnose mittels selbst aufgenommener Kassette/CD

Ungelesener Beitrag von Leeroy » Sa, 04. Okt 2014 17:01

Wenn die Vorstellungskraft nicht reicht, hilft es auch sehr, sich zumindest soweit es geht so einen Ort zu schaffen, um die Hypnose noch tiefer wirken zu lassen. Also in deinem Beispiel mit der Hängematte würde ich mich auch tatsächlich in eine Hängematte legen und durch das leichte schaukeln das Gefühl bei der Hypnose noch zu verstärken

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